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Bei privaten Krankenversicherungen und privaten Zusatzversicherungen können psychotherapeutische Leistungen von Heilpraktikern für Psychotherapie ganz oder anteilig erstattet werden.

In einzelnen Fällen werden die Kosten auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Voraussetzung ist der Nachweis z.B. einer langen Wartezeit bei den örtlich zugelassenen, psychologischen Psychotherapeuten oder in Dringlichkeitsfällen. Sie können mich gerne diesbezüglich vorab kontaktieren oder Sie setzen sich direkt mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

Termine bitte auf Anfrage! 

Alle weiteren Details erfahren Sie gerne auf Anfrage. Nutzen Sie dazu einfach den Kontaktbereich oder per Telefon!

 

 

 

ARTIKEL

 

TRAUMATISIERTE SOLDATEN - DAS LEBEN IN DER REALITÄT

 

Wenn das Leben im Hier und Jetzt nicht mehr so ist wie es sein sollte.

 

Beispiel aus aus meiner Praxis:

Herr P., 31 Jahre, Ex-Soldat, ca. 3 1/2 Jahre nach seinen Einsätzen, Bodentruppe. 6 Monate nach seiner Rückkehr Hochzeit, 1 Tochter 2 Jahre alt. Er kam mit seiner Ehefrau in die Praxis. Angaben der Symptome:

Sozialer Rückzug, Schlafstörungen, Freizeitaktivitäten kaum umsetzbar, wie z.B. gemeinsames Wandern, Kinobesuche, Kochen mit Freunden, Fahrrad fahren. Gemeinsame Kommunikation über Alltagsprobleme sehr eingeschränkt, nicht mit Gedanken bei der "Sache".  Sehr schreckhaft. Sobald die Tochter schreit, verlässt er den Raum. 

 

Nachdem Herr P. seine Tochter auf dem Spielplatz vergessen hatte, musste die Ehefrau einschreiten. Es kam zu einer verbalen Eskalation und eine Trennung der Eheleute stand bevor. Auslöser dabei war nach Äußerung von Herrn P., "Ich kann es mir nicht erklären, was da mit mir passiert sei. Habe so große Schuldgefühle und meine Angst geht schon soweit, dass ich kaum noch aus dem Hause gehe. Ich erinnere mich, dass es einen lauten Knall gab in der Nähe des Spielplatzes. Von Null auf Hundert rannte ich in die Richtung woher der Knall kam. 

Eine Mülltonne aus Blech wurde von einem Radfahrer umgefahren, diese knallte dann gegen eine zweite Tonne. Dies konnte durch andere Mütter, welche sich mit dem Vater und dessen Tochter ebenfalls auf dem Spielplatz aufhielten, eroriert werden. Herr P. fühlte sich plötzlich in einer anderen Zeit, gedankenlos rannte er nach Hause. Die Tochter wurde von einer anderen Mutter seiner Ehefrau, welche gerade einkaufen war, übergeben.

 

"Mein Mann igelte sich dann komplett sein, ich versuchte es später mit ruhiger Stimme auf ihn einzuwirken, was denn mit ihm los sei, da ich zuerst vor Wut ihn anbrüllte. Denn als ich ihn so anbrüllte war er nur stumm, kein Wort von ihm, er schaute mich einfach versteinert an."

 

Die Ehefrau war total überfordert, wenn das Kind krank war,  musste sie alleine zum Arzt fahren, alleine Einkaufen, alleine Behördengänge erledigen. Herr P. ließ sich nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst noch als Fahrschullehrer mit "vollem Elan" ausbilden. Jedoch ginge er schon seit Monaten nicht mehr zur Arbeit. Zum Arzt ginge er auch nicht. Die Ehefrau hat Angst um die gemeinsame Tochter. Was wenn er ihr etwas zufügt? Freunde nabeln sich ab und zu ihren Eltern fahre sie seit langem alleine, ohne ihren Ehemann. Fernsehfilme wie Westernfilme schaue er sich nicht mehr an. Er mochte sie gerne früher. Sobald Frau P. irgend etwas im Haushalt fallen lässt oder das Kind zu laut wird, fängt Herr P. an wütend zu werden. "Die Aggressivität meines Mannes macht mir Angst." Herr P. fängt an zu weinen, schämt sich für sein Verhalten. Er beginnt zu schwitzen und zu zittern an.

 

Ein normaler alltäglicher oder scheinbar harmloser Auslöser, wie ein Knall, manchmal können es auch Gerüche, extreme Farben oder Gesten, Mimiken sein, welche die Erinnerung an Schreckensmomente auftauchen lassen. Die Erinnerung an Schreie durch Verletzte, verzogene krampfartige Gesichter oder Farben von Blut durch Verwundungen, Explosionsgeräusche - dies alles fühlt sich im Hier und Jetzt für die Betroffenen real an, was sie vor Monaten oder Jahren während ihres Einsatzes in Krisengebieten erlebt hatten.

PTBS = Posttraumatische Belastungsstörung (Erklärung siehe ICD 10: F43.1)

 

Das Leben ist nicht mehr so wie es sein darf. Alles läuft Herrn P. aus dem Ruder. Das Leben ist für ihn nicht mehr lebenswert. Flashbacks, Depressionen, Angstzustände, Scham, bis bin zu suizidalen Gedanken.

Der Einsatz als Soldat in Krisen-, Kriegsgebieten verändert das Leben danach. Sehr oft viel später in negativer Hinsicht. Präventionsmaßnahmen annehmen, auch der Partner sollte inkludiert werden. Es gibt sicherlich viele unterschiedliche Formen der Auswirkungen, welche in den Familien mit  Partnern als Ex-Soldaten zu erleben sind.

PTBS ist behandelbar, teils langwierig. Zurück ins Leben! 

 

Ihre Alin Kießling